Projektvorstellung

Pilotanlage am Fraunhofer CBP

Forschung an einem innovativen Verfahren zur effizienten Gewinnung neuer hochwertiger Produkte aus Raps

11 Partner entwickeln im Forschungsprojekt ‚EthaNa‘ neues Extraktionsverfahren für Raps mit Alkohol im Pilotmaßstab.

Im Verbundvorhaben „EthaNa“ erforschen Wissenschaftler des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) und der Firma B+B Engineering GmbH, gemeinsam mit neun weiterern Partnern, ein neuartiges Konzept zur Aufbereitung von Raps. Sie entwickeln die Verfahrensprozesse und testen sie anschließend in einer Pilotanlage. EthaNa steht für ethanolische milde Extraktion geschälter Rapssaat, auf der das Verfahrenskonzept basiert. Die alternative Aufbereitungslinie soll in herkömmliche Ölmühlen integrierbar sein. In dem bis Mitte 2020 laufenden Vorhaben wollen die Forscher die technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Parameter im Pilotmaßstab bewerten.

Im Vergleich zu den bisher üblichen Extraktionsverfahren mit dem Lösungsmittel Hexan sollen die EthaNa-Verarbeitungsprozesse eine deutliche qualitative Verbesserung der Produkte Rapsöl und Rapskernkonzentrat ermöglichen. Hinzu kommt die Isolierung neuer, bislang nicht aus Raps produzierter Wertstoffe. Damit lassen sich künftig weitere Absatzmärkte erschließen und die Verkaufserlöse aus der Ölfrucht insgesamt steigern.

Schematische Darstellung der Verarbeitung von Raps
Schematische Darstellung der Verarbeitung von Rapssaat. Links) klassisches Verfahren und Rechts) Verarbeitung nach dem Konzept der ethanolischen, milden Extraktion (EthaNa Verfahren).

Das EthaNa-Konzept ist ein ganzheitliches Verfahren zur Rapsaufbereitung.

Es schließt die Schälung der Rapssaat, den Zellaufschluss der Rapskerne sowie die fraktionierte Extraktion mit Ethanol ein und verzichtet auf die Pressung der Saat. Die Prozessführung bei maximal 80°C ist schonend. Durch die Direktextraktion mit Alkohol lassen sich hochwertiges Pflanzenöl und hochwertige Proteine als Hauptprodukte gewinnen. Daneben fallen sekundäre Inhaltsstoffe wie z.B. Sinapinsäure, Tocopherole, Phytinsäure oder Glucosinolate an, die bspw. für technische oder kosmetische Produkte nutzbar sind. Perspektivisch könnte das Verfahren damit auch in eine Pflanzenöl-Bioraffinerie integriert werden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf den Unterseiten:

Projektziele

Projektziele

Das Gesamtziel des Projektes ist ein Konzept zur Aufbereitung von Raps zu entwickeln, dass die Prozessentwicklung, sowie die Demonstration des Gesamtverfahrens im Pilotmaßstab beinhaltet.

Stand der Wissenschaft und Technik

Stand der Wissenschaft und Technik

Die Rapsverarbeitung in Europa erfolgt gegenwärtig in klassischen Ölmühlen und besteht aus der Pressung sowie einer Nachextraktion des Presskuchens mit Hexan, um die Ölausbeute zu steigern.


Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Das Verbundprojekt gliedert sich in insgesamt 11 Teilvorhaben, die von den entsprechenden Projektpartnern umgesetzt werden:

  1. Pilotierung des Ethana-Verfahrens und Untersuchungen zur Aufarbeitung der Rohprodukte – Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP), FKZ: 22400517
  2. Gewinnung von Minorkomponenten aus den Extrakten – Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik (IGB), FKZ: 22400617
  3. Charakterisierung der Rapsmehlkonzentrate zur Gewinnung von Rapsproteinen und Bewertung der Anwendungsmöglichkeiten – Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), FKZ: 22400717
  4. Untersuchung des Rapsmehlkonzentrats zur Applikation als Futtermittel -Forschungsinstitut Futtermitteltechnik der IFF, FKZ: 22400817
  5. Ökonomische und ökologische Begleitforschung im Verbundprojekt – Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP), FKZ: 22400917
  6. Technische Begleitung und Engineering der Pilotanlage – B+B Engineering GmbH, FKZ: 22401017
  7. Bereitstellung von Ölsaaten und Bewertung des Gesamtverfahrens – C. Thywissen GmbH, FKZ: 22401117
  8. Pilotierung der kontinuierlichen Schälung von Raps und technische Begleitung – AVA Anhaltinische Verfahrens- und Anlagentechnik GmbH, FKZ: 22401217
  9. Auslegung und Pilotierung der Technologie zum Aufschluss der Rapssaat – Miccra GmbH, FKZ: 22401317
  10. Auslegung und Pilotierung Trockner und Filterschnecke zur Fest- Flüssigtrennung, Alkoholverdampfung und Trocknung – VetterTec GmbH, FKZ: 22401417
  11. Strategieentwicklung zur Industrieeinführung und Technologievermarktung – tti Magdeburg GmbH, FKZ: 22401517

Weitere Informationen stehen auf fnr.de zur Verfügung

(Kontakt: Nicole Paul; Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe FNR; Pressemitteilung vom 17.11.2017).